Andreas Wienekes Bergtouren Seiten
Gebietsführer Venedigergruppe, Willi End / Hubert Peterka, Bergverlag Rother

Dies war meine erste Bergtour, die völlig im Regen begann. Aber der Reihe nach: Während die anderen schon am Vortag angereist waren, holte Willi mich um Mittenacht zu Hause ab und wir fuhren durch die Nacht nach Süden. Unsere Hoffnung, dass das Wetter auf der Alpensüdseite besser wäre löste sich in Wohlgefallen auf, als wir gegen acht Uhr morgens den Tauerntunnel verließen.
 
Hier hingen die Wolken noch niedriger, Jupiter Pluvius hatte alle seine Schleusen geöffnet und feiner, durchdringender Regen fiel auf uns herab. Wir parkten den Wagen nahe dem , kauften einen Parkschein für eine Woche und stapften los. Die Rucksäcke und uns hatten wir natürlich wasserdicht eingepackt, denn es regnete immer noch. So folgten wir der Asphaltstrasse, die zunächst ohne nennenswerte Steigung talaufwärts führte. Kurz nach dem Abzweig zu St. Pöltener Hütte begann sie allerdings merklich zu steigen und wir gewannen etwas an Höhe. Bei den Häusern von Aussergschlöss verloren wir dann aber wieder ein wenig davon.
 
Die Häuser dort, früher normale Gehöfte, dienen heute als Ferienwohnungen oder Wochenendhäuser. Kurz danach erreichten wir die Felskapelle. Sie wurde an diese Stelle verlegt und aus einem riesigen Feldblock herausgearbeitet, da die ursprüngliche Kapelle immer wieder von Lawinen zerstört wurde. Sie war offen, so schauten wir sie uns kurz an. Bald darauf erreichten wir Innergschlöss und das , in dem die anderen vier schon übernachtet hatten.
 
Wir begrüßten uns freudig und frühstückten erst einmal. Inzwischen hatte sich auch der Regen gelegt und wir gingen zunächst völlig eben entlang des Baches weiter talaufwärts. Nach gut 1 km querten wir ihn nach links und folgten dem "ÖAV-Gletscherweg". Dies ist ein Rundwanderweg, der gut 500 Hm hinauf zur Zunge des Schlätenkees, über dessen Gletscherschliff und anschließend wieder hinab in Gschlösser Tal führt. Wir stiegen darauf als bald schon steil bis sehr steil nach SW ansteigend die Flanke des Knorrkogels empor. Unterwegs passierten wir einen eindrucksvollen Wasserfall und erreichten in etwa 2.200 m Höhe den Salzboden See und das "Auge Gottes".
 

 
Von hier unten war das Schlätenkees nicht zu sehen, denn es hatte sich schon deutlich zurückgezogen, weshalb der Gletscherweg die Zunge nicht mehr erreicht. Wir stiegen den Gletscherschliff nach W empor und konnten so doch noch einen Blick auf die Gletscherzunge werfen. Etwas oberhalb führt der Gletscherweg wieder ins Tal zurück, wir aber stiegen in vielen Kehren weiter hinauf und erreichten die . Diese sehr kleine Hütte hat nur einen Raum für vielleicht 10 Personen, der gleichzeitig Küche und Aufenthaltsraum ist. Sie bot derzeit keine Nächtigungs-Möglichkeit, da sie gerade umgebaut wurde. Wir bekamen aber von der sehr netten Wirtin Kaffee, Kuchen, oder eine Suppe, je nach Gusto.
 
Anschließend wurde es noch unwirtlicher als wir die restlichen 300 Hm aufstiegen. Der Schnee-Regen hatte wieder zugenommen und wir stapften fatalistisch durch die nassen Schneefelder zur Hütte hinauf, die wir nach fast 1.300 Hm Aufstieg und 7 Std. auch endlich erreichten. Die ist recht gut eingerichtet, wir hatten ein sehr hübsches Zimmer und auch die Halbpension war recht ordentlich.
 
So scheußlich der Vortag gewesen war, so wunderschön war dieser folgende Tag. Wir starteten um halb sechs optimal mit völlig blauem Himmel und sehr niedrigen Temperaturen. Da auch die Umgebung der Hütte gefroren war, führte Michael beim Verlassen der Hütte erst einmal einen lustigen, aber unfreiwilligen Tanz auf dem Treppenabsatz auf. Wir gingen nun unter ca. 100 m Höhenverlust von der Hütte aus nach SW. Die Spur war ausgezeichnet zu erkennen und bald schon stieg der Weg wieder an.
 
Von dort unten war der Großvenediger noch nicht zu sehen, nur der Kleinvenediger diente uns als Anhaltspunkt für den Weg. Auf dem Ende des Niederen Zauns, im "Stickler Schnee" legten wir die Hochtourenausrüstung an und banden uns ins Seil ein. Nun ging's weiter den Gletscher nach SW aufwärts. Der Schnee war schön hart, weshalb das gehen sehr leicht war. Wir erreichten bald schon den Ersten Keesboden, stiegen erneut steiler an und erreichten den Zweiten Keesboden. Hier hatten wir auch erstmalig den Großvenediger im Blick.
 
Wir wandten uns nach W, stiegen eine letzte steile Firnflanke aufwärts und erreichten schließlich den überfirnten und sehr windigen Gipfelgrat des Großvenedigers. Den Gipfel selbst sparten wir uns, da er einerseits schon mit anderen Bergsteigen gut gefüllt war und wir andererseits ohnehin auf gleicher Höhe des Gipfels waren. Nach einigen Fotos vertrieb uns der schneidend kalte Wind schnell wieder vom Grat und wir machten uns an den Abstieg.
 
Im Abstieg hätten wir mit geringem Gegenaufstieg noch das Hohe Aderl oder das Rainerhorn mitnehmen können, aber die fehlende Akklimatisation und die 2000 Hm Anstieg der letzten zwei Tage hatten mächtig an der Kondition gezerrt, weshalb wir beschlossen es für heute mit dem Venedigergipfel gut sein zu lassen und direkt zum Defregger Haus abzusteigen.
 
Wir querten das neben dem S-Fuß des Großvenedigers liegenden flache Rainertörl und stiegen zwischen Hohem Aderl und Rainerhorn das steiler werdende Innere Mullwitzkees hinab. Im oberen Teil gab es einige größere Spalten, die aber noch beinahe völlig zugeweht waren. Etwas unterhalb der Spalten begegnete uns dann noch eine kuriose Gruppe: fünf Frauen, die am Seil gingen und sogar Helme auf hatten. Aber nicht nur, dass sie erst so spät, gegen 11 Uhr zum Gipfel aufstiegen, ihr "Leiter" hatte keinen Helm auf und sich auch nicht in das Seil eingebunden! Wir machten ihn auf die Spaltengefahr oberhalb aufmerksam und beobachteten, dass er sich etwas später tatsächlich doch noch mit ins Seil einband.
 
Unser Weg führte uns weiter das Innere Mullwitzkees hinab und auf das Mullwitz Aderl zu wo wir in gut 3000 m Höhe unsere Ausrüstung wieder ablegten. Bis hier hin war der Gletscher noch mit Schnee bedeckt. Der apere Teil begann erst ca. 200 m tiefer. Nach einem kurzen Aufstieg ging's ca. 50 Hm hinab zum . Diese Hütte ist mit ihrem Standort in fast 3000 m Höhe die beste, wenn man den Großvenediger besteigen will. Sie hatte leider gerade erst den zweiten Tag geöffnet, vermutlich daher war es in der Hütte noch genauso kalt (5°C) wie außerhalb. Die Hüttenwirtin war jedoch sehr nett und Zimmer und Lager recht schön. Am Abend begann sich der Himmel dann leider wieder zuzuziehen.
 
An diesem Tag wollten wir ein paar tags zuvor ausgelassene Gipfel nachholen. Alles was wir nicht für die Gletschertour benötigten blieb im Schuhraum der Hütte und um halb sechs ging's wieder los. Wir stiegen von der Hütte aus nach N, vorbei am Übergang zum Venediger um erst ca. 100 m höher das Innere Mullwitzkees zu betreten. Dies traversierten wir zunächst auf gleicher Höhe, bogen nach 500 m nach N ab und stiegen den Gletscher hinauf. Hier unten im Schatten war es noch kühl und der Gletscher schön hart.
 
Als wir in 3400 m Höhe den Sonnen beschienenen Bereich des Gletschers erreichten wurde der Schnee trotz der frühen Stunde bereits weicher. Wir wandten uns nach NW, auf die Einsattelung zwischen Rainerhorn und Schwarzer Wand zu. Nun waren auch schone einige Spalten zu queren. Von dem Sattel aus waren es nur noch knapp 50 Hm nach NO und wir standen auf dem Gipfel. Die Rundumsicht war wunderbar. Im W stand majestätisch der Großvenediger, genau gegenüber im SW das Rainerhorn, dahinter die Riesenferner Gruppe mit dem dominierenden Hochgall und im S der Lasörling jenseits des Virgentales. Der Blick reichte weiter bis in die Schobergruppe im SO und schließlich im O gut erkennbar der Großglockner.
 

 
Nach einiger Zeit machten wir uns an den Weiterweg. Zunächst ging's wieder auf die Scharte zu, und von dort aus Richtung O auf den Hohen Zaun zu. Vom Glöschsser Tal aus sieht der Gipfel sehr imposant aus, von hier oben ist er jedoch nur ein kleiner Buckel im oberen Teil des Äußeren Mullwitzkees. Auf dem Weg dorthin bemerkten wir, dass der Gletscher immer weicher wurde. Auch querten wir einige große Spalten, Willi sank sogar einmal mit einem Bein bis zur Hüfte ein. Wir erreichten den Hohen Zaun, ein breiter flachen Buckel ohne richtigen Gipfel, ziemlich bald und beratschlagten, was zu tun sei. Schließlich kamen wir überein, dass der Weiterweg zur ursprünglich noch geplanten Kristallwand zu gefährlich werden würde und machten uns an den Abstieg zum Defregger Haus.
 

 
Vom Hohen Zaun aus marschierten wir mit äußerster Wachsamkeit auf eine kleine Felsinsel südlich zu. Unser Ziel war die O-Seite des Mullwitzer Aderl, auf dem 500 m tiefer das Defregger Haus liegt. Nach der Felsinsel sehen wir keine Spalten mehr und bald hatten wir es nur noch mit Schneefeldern zu tun. Am Rand des Aderl banden wir uns dann aus und legten die Hochtourenausrüstung wieder ab. Nun ging's das Aderl hinab zu Hütte. Dort angekommen nahmen wir unser restliches Gepäck auf und berieten welchen Weg wir weitergehen sollten.
 
Unser ursprüngliches Ziel war die Eissee Hütte gewesen, um am nächsten Tag den Weißspitz zu besteigen. Dazu hätten wir das Äußere Mullwitzkees zum Wallhorner Törl queren müssen, der Gletscher war aber schon oben recht weich gewesen. Außerdem hatte uns ein Bergführer darauf aufmerksam gemacht, dass es im oberen Teil des Gletschers, kurz vor dem Wallhorner Törl drei große Spalten gab. Eine Spaltenbergung in 40 - 50° steilem Gelände stellten wir uns nicht gerade spaßig vor. Wir beschlossen daher zur Johannishütte abzusteigen und weiter zur Sajat Hütte zu gehen.
 
Wir gingen also vom Defregger Haus auf einem guten Bergweg teils steil, teils weniger steil entlang der Mullwitzköpfl nach S hinab ins Tal. Unterwegs bewunderten wir die vielen schönen Blumen, die es in dieser Fülle oben natürlich nicht gegeben hatte. Kurz vor der Johannishütte hatten wir noch mal einen schönen Blick zurück auf Großvenediger, Hohes Aderl und Rainerhorn.
 
ist eine sehr ansehnliche Hütte. Sie ist leicht mit dem Pkw zu erreichen und innen noch recht neu renoviert. Hier hätten wir durchaus übernachten können, aber wir wollten ja noch weiter zur Sajat Hütte und mussten wieder Höhe gewinnen. Daher genossen wir dort zunächst eine kleine Stärkung. Den Joghurt mit Früchten kann ich wirklich empfehlen!
 
Der letzte Abschnitt dieses Tages, übrigens der Beginn des Venediger Höhenwegs, war nun die Überschreitung der Sajat Scharte, was noch einen Aufstieg von 740 m bedeutete. Der Weg begann unmittelbar östlich neben der Hütte sofort knackig zu steigen und er behielt seine Steilheit bis in etwa 2.400 m Höhe wo er in den Almwiesen endlich etwas flacher wurde. Nach einem Felsriegel mündete er in ein weites, steiles Kar, an dessen Ende der Weg über einige Felsen und in mehreren Kehren hinauf zur Sajat Scharte (2.860 m) führte.
 
Auf deren O-Seite führte sie anfangs dermaßen steil abwärts, dass wir nur in einem gebührenden Abstand jeweils von etwa 10 Hm hinab gingen. Schließlich erreichten wir den Grund des Tales, den Tanzboden, und bald darauf das "Schloss in den Bergen", die neue .
 
Diese Hütte ist eine der komfortabelsten, die ich je in dieser Höhe gesehen hatte. Schon die Lager waren sehr schön, und es gab sogar eine ca. 3 x 3 x 10 m hohe "Kletterhalle". Die Krönung aber war, dass es sogar Zimmer mit eigenem Bad mit Dusche in der Hütte gab. Wir begnügten uns mit einem Mehrbettzimmer bzw. Lager und hatten ein prima Abendessen in der schönen Wirtsstube.
 
Das Wetter hatte sich im Laufe des Tages mehr und mehr zugezogen und am späten Abend erreichte uns die Kaltfront zunächst mit Regen und während der Nacht regnete es in einem fort.
 
Es hatte die ganze Nacht geregnet und am Morgen verwandelte sich der Regen durch die angekommene Kaltfront in Schneetreiben. Für heute war nur der Übergang zur Bonn-Matreier Hütte geplant, daher genossen wir zunächst einmal das wunderbare und besonders reichhaltige Frühstücksbuffet in der Sajat Hütte. Anschließend warteten wir darauf, dass sich das Wetter etwas besserte und machten uns, als der Regen ein wenig nachließ, gegen 12 Uhr dann endlich fertig zum Abmarsch. Nur widerwillig zogen wir unsere Anoraks und Rucksackcapes über und begannen unsere Tour.
 
Von der Hütte aus gingen wir leicht abfallend um den Vorderen Sajat Kopf herum und auf das Timmeltal zu. In 2.282 m Höhe begann der Weg dann stärker zu fallen und führte schließlich steil bis sehr steil genau nach Norden in das Timmeltal hinein, hinab zur Ochsner Alm (2.128 m). Beim hinab gehen klarte das Wetter etwas auf und wir waren guter Hoffnung, dass das Wetter nun besser würde. Die Ochsen Alm bildete den tiefsten Punkt dieses Tages.
 
Von der Alm aus stapften wir nach Osten zickzackend wieder steil den Berg hinauf. In 2440 m trafen wir auf den von der Eissee Hütte kommenden Weg. Diesem folgten wir nach Süden talauswärts zum Südwest Fuß der Wunwand. Hier wandte sich der Venediger Höhenweg nach Osten und am Südgrat des Wunspitz ging es einige Meter steil aufwärts. Der Weg stieg weiter an und wir erreichten den Galling, den S-Grat des Wunspitz, den wir in einem sehr steilen Stück (50 Hm) teils an Seilen überwanden.
 
Hier ist besonders auf die richtige Wegführung zu achten, wir hätten uns in dem steilen Gelände beinahe etwas verstiegen! Das Schneetreiben und der Schnee auf dem Weg hatten inzwischen stark zugenommen und auf dem Eselrugg erwartete uns eine Überraschung: Hier ging es äußerst steil 75 m hinab. Eigentlich hätten wir von dort aus die Hütte schon sehen müssen, aber das Schneetreiben verhinderte dies.
 
Erst beim Zusammentreffen mit dem von der Nilljochhütte heraufkommenden Weg konnten wir die Hütte sehen. Bevor wir Sie jedoch erreichen konnte, müssten wir wiederum erst noch 50 Hm steil zur Hütte aufsteigen, dann hatten wir es endlich geschafft. Nass, kalt und etwas erschöpft wann wir froh uns am wunderschönen bullernden Kachelofen der endlich aufwärmen zu können.
 
Der Hüttenwirt war sehr nett, die Räume recht ansehnlichen und der Kuchen ziemlich lecker. Später am Abend klarte es dann doch noch auf und wir konnten den Blick in die Runde genießen; gegenüber zu den Virgentaler Bergen mit dem markanten Lasörling und ganz im Osten die Schobergruppe. Besonders die Berge hinter der Hütte weckten unser Interesse und wir beschlossen am nächsten Tag zunächst den Säulkopf zu besteigen.
 
Als wir morgens wach wurden hatten wir ein Bombenwetter! Noch etwas kalt, aber strahlend blauer Himmel. Wir machten uns daher wie am Vortag beschlossen zuerst auf zum Säulkopf. Durch den vielen Schnee war der Weg zwar schön, aber weil die Spur teils noch vereist war im Bereich der Hütte durchaus auch mit Vorsicht zu genießen. Wir umrundeten den kleinen Hügel bei der Hütte und gingen leicht abfallen ins Rauhkar. Es war herrlich als erste durch den frisch gefallen Schnee zu gehen. Im Kar wurde der Weg dann steiler und in 2800 m Höhe legten wir unsere Steigeisen an, da so das Gehen leichter war. So zickzackten wir uns das immer steiler werdende Kar hinauf. Etwa 50 m unter dem Sattel wurde es durch den vielen Schnee und weil es sehr steil war immer schwieriger und wir erreichten schließlich den Sattel in leichter Ier Kletterei.
 
Oben wandten wir uns nach links (W) und stiegen weiter in I - IIer Kletterei den O-Grat empor. Schließlich wurde der Anstieg flacher und wir erreichten den kleinen Gipfel. Die Aussicht hier oben war atemberaubend. Die Luft war durch die Niederschläge und die Kälte völlig klar und wir hatten eine unglaubliche Fernsicht. Sie reichte von der Großglockner- und Schobergruppe im N und O über die Riesenferner Gruppe und die dahinter liegende Marmolata im SW bis hin zu den Zillertalern im W. Sogar der weit in Slowenien liegenden Triglav war am Horizont deutlich erkennbar. Wir konnten uns gar nicht Sattsehen.
 
Nach dem obligatorischen Eintrag in das Gipfelbuch schließlich mussten wir uns wieder an den Abstieg machen. Der führte in der Aufstiegsspur hinab, jedoch fuhren wir ab 3.000 m Höhe auf dem Schnee ins Kar ab. Es ist immer wieder interessant die Wege, die man sich hinauf gequält hat in Null Komma Nicht wieder hinabzurauschen. Bald darauf waren wir wieder an der Hütte und packten unser restliches Gepäck ein.
 

 
Nach einer ausgedehnten Pause und etwas Verpflegung gingen wir weiter auf dem Venediger Höhenweg. Der führte zunächst den Bogen auf die Kälber Schaden zu und dort steil hinauf. Auf der anderen Seite den Scharte ebenso steil wieder hinab in grobes Blockwerk dass hinüber zur Galtenscharte querten. Die Scharte selbst ging es sehr ist äußerst steil aufwärts, teils mussten wir im Ier Bereich leicht klettern, alle Stellen waren jedoch mit guten Seilen versichert. Der nasse Schnee bewirkte, die dass die Strecke noch etwas schwieriger als normal war.
 
Von der Scharte aus konnten wir bereits ins Frosnitztal sehen und unseren weiteren Wegverlauf bereits verfolgen. Zunächst aber fühlte der Weg unter dem äußersten brüchigen Galtenkogl entlang. Oben auf der Scharte warnte daher auch ein Schild "Steinschlag Gefahr, Felsen beobachten!". Wir stiegen ab über Schnee, rutschiges Schiefergeröll und zwei kurze IIer Stellen. Die gesamte Strecke (500 m weit, 300 Hm Abstieg) war mit Seilen versichert. In 2.500 m Höhe wurde der Weg flacher und querte schließlich den Malfrosnitzbach.
 
Nach einem kleinen Anstieg traversierten wir den O-Hang der Hohen Achsel. Der Venediger Höhenweg verlief dabei wunderschön, teils recht schmal, teils an steilem Hang. Er führte in leichtem auf und ab jedoch stetig fallend bis zum Achselsee. Hier gönnten wir uns erst einmal eine kleine Pause, bevor wir die letzten 300 Hm Anstieg zur Badener in Angriff nahmen. Dort unten am See war es einfach herrlich. Es war noch früh am Tag und wir ließen uns eine ganze Weile die Sonne auf den Bauch scheinen.
 
Schließlich jedoch schulterten wir unsere Rucksäcke und begannen den Aufstieg. Der führte zunächst moderat steigend nach NW bis zum Zusammentreffen mit dem vom Dabernitzkogl kommenden Weg. Sofort begann der Weg deutlich steiler zu steigen und die Anstrengungen des Tages sowie die warme Sonne ließen uns mächtig schwitzen. Schließlich aber hatten wir es geschafft und erreichten die schöne . Zwar gab es nur eine Toilette für die ganze Hütte, dafür war aber der Gastraum und das Lager sehr schön. Auch die Wirtin war sehr nett und Ihr Essen eine Wucht!
 

 
Eigentlich war für diesen Tag die Besteigung der Kristallwand geplant gewesen. Aber schon am Vortag hatte der Wetterbericht für die nächsten Tage wieder schlechtes Wetter angekündigt. Die Vorhersage traf leider auch präzise ein. Wir ließen uns also Zeit mit dem Frühstück und dem Abmarsch. So begann der letzte Tag der Tour wieder mit schlechtem Wetter.
 
Schon beim Verlassen der Hütte waren wir in den Wolken und es begann leicht zu nieseln. Wir folgten wieder dem Venediger Höhenweg, diesmal in Richtung des Lobbentörl. Bald nach dem Abmarsch von der Hütte setzte auch noch leichter Schneefall ein und die Sicht verringerte sich auf kaum 100 m. Das richtige Wetter also für einen "schönen" Tourenabschluss. Wir folgten dem schmalen Pfad und querten unzählige Schneefelder. Mal stieg der Weg an, mal viel er etwas ab. Erst unmittelbar vor dem Lobbentörl stieg er die restlichen 150 m an.
 
Auf der Rückseite stiegen wir steil, anfangs mit Hilfe von guten Seilen die Scharte hinab. Später querten wir wieder viele Schneefelder, oder schneebedecktes Blockwerk, was das Gehen schwierig machte. Der Weg wurde erst angenehmer, als wir die Seitenmoräne des Kees erreichten. Die Sicht war auch hier nicht viel besser, nur gelegentlich riss es etwas auf und für weniger als eine Minute war das immer noch imposante Schlätenkees zu sehen.
 
Das Wetter hatte sich insgesamt nicht geändert, lediglich der Schnee hatte sich in leichten Regen gewandelt. Wir trotteten stoisch weiter bergab, vorbei am Abzweig zur Alten Prager Hütte und zum Salzboden See. Damit folgten wir dann wieder dem ÖAV-Gletscherweg steil bis sehr steil hinab ins Gschlösser Tal. Nun folgte ein langweiliger Talhatscher von 1 1/2 Std. vorbei am Venediger Haus bis hinab zum Matreier Tauern Haus, das ich mit völlig durchnässtem Anorak erreichte. Nach einem leckeren Mittagessen verabschiedeten wir uns von unseren Kameraden und verließen die regnerischen Tauern wieder in Richtung Heimat.