Wie im letzten Jahr schon wollte ich wieder nach Völs in Südtirol unterhalb der Seiser Alm in das schöne der Familie Profanter-Zorzi. Der kleine Ort Völs ist sehr reizvoll und nicht so überlaufen wie Seis oder Kastelruth.
Mit Guido und Anne hatte ich zwei Mitstreiter gefunden, die auch gerne Klettersteige machen wollten. Anne und ich holten Guido in Pforzheim ab und erreichten nach langer Fahrt an späten Nachmittag das etwas außerhalb des Ortskerns wunderschön gelegene Hotel. Vom Hotel aus hatten wir wieder eine wunderbare Aussicht auf den Ort und den dahinter liegenden imposanten Schlern.
Als ersten Klettersteig des Tages hatten ich die Große Cirspitze vorgeschlagen. Wir fuhren also nach einem guten Frühstücksbuffet bei bestem Wetter über Seis, Kastelruth, den Panider Sattel und das Gröder Tal hinauf zum gleichnamigen Pass. Da es noch früh im Jahr war, waren glücklicherweise noch nicht so viele Fahrrad- oder Motorradfahrer auf den Passtrassen unterwegs.
Auf den Pass parkte ich den Wagen und wir machten uns an den Aufstieg. Der verlief unmittelbar vom Pass aus in mehreren Kehren zunächst über eine Asphaltstrasse und später über die Almwiesen hinauf. Zum Schluss ging's steil hinauf bis zum Einstieg (2.400 m) bei einem steilen Restschneefeld, das es zu queren galt und das deutlich größer als im vergangenen Jahr war. Auf dem unteren Teil des Schneefelds legten wir unser Klettersteigzeug inklusive Helm an.
Das Schneefeld war trotzdem schnell gequert und es ging an einigen Seilen unter einem Überhang entlang einer Rampe aufwärts. Nach einer Linkskurve hörten die Seile wieder auf und es folgte ein leichter, wenn auch teils etwas ausgesetzter Bergpfad. Der überwand immer wieder einige Schrofen und erreichte schließlich einen flachen, ca. 20 m langen Riss, der wiederum mit einem Seil gesichert war. Hier hängten wir uns erst gar nicht mehr ein, denn das Gelände war nicht sehr steil oder absturzgefährdet, so dass wir ohne Seilberührung und überwiegend uns an den Felsen festhalten zu müssen aufrecht gehen konnten. Es folgten noch ein paar Felsstufen und schließlich hatten wir den Gipfel (2.592 m) erreicht.
Die Aussicht hier oben war wunderbar. Gegenüber im Süden lag die Sella, im Westen das Grödner Tal und die anderen Cirspitzen, im Norden die eindrucksvolle Puez Hochfläche mit der Puez Spitze, dem Piz Duleda und der Col dla Pieres. Auf den letzteren beiden war ich vier Jahre zuvor schon einmal.
Nachdem wir uns satt gesehen und ich das übliche ein Panorama geschossen hatte, stiegen wir wieder hinab, wobei der Abstieg auf dem Aufstiegsweg verläuft. Diesmal hängten wir uns jedoch gar nicht mehr ins Seil ein, da der Weg wirklich leicht ist, etwa vergleichbar mit dem gesicherten Steig am Val Setus und leichter als der an der Nieves Scharte.
Unten angekommen ließen wir das Klettersteigzeug gleich an, denn wir wollten weiter auf die Cirspitze V. Wir wandten uns also am Ende der Scharte nach rechts (W) und ging unter den steilen Wänden der restlichen Cirspitzen hinüber zur Scharte die uns auf die Cirspitze V bringen sollte. Auch hier ging's wieder steil bis sehr steil die Geröllrinne hinauf. Etwa in der Mitte der Scharte hält man sich links und erreicht so den Einstieg.
Diesmal war eine Familie mit kleinen Kindern vor uns. Es war schon erstaunlich zu sehen, wie die Kurzen (fünf bis acht Jahre), zusätzlich gesichert von Papa und Opa diesen Steig sicher und behände hinauf kletterten.
Dieser Steig war schon etwas anderes als der gesicherte Steig auf die Große Cirspitze. Er war deutlich schwieriger und hatte ein recht neues, straff gespanntes Stahlseil. Los ging's mit einer ca. 2 Meter hohen Leiter. Der Steig überwand einen Riss (Spreizschritt) und verlief in anstrengender Kletterei über eine Felsnase aufwärts. Es folgten einige fast senkrechte Passagen mit viel Luft unter den Füßen, aber guten Tritten. Im oberen Teil wurde er, nachdem wir einen weiteren Spalt überwunden hatten, etwas flacher und erreichte eine flache, erdige Kanzel. Den eigentlichen kleinen Gipfel (2.520 m) selbst erreicht man etwas delikat nur durch einen ca. 5 m hohen, recht glatten, senkrechten Riss. Diese etwas überhängende Stelle wird durch einiger Stahlstifte etwas entschärft.
Schließlich hatten wir die 120 Hm Klettersteig geschafft und beglückwünschten uns gegenseitig. Von hier oben aus konnte man nun den größten Teil des Aufstiegs auf die Große Cirspitze sehen.
Der Rückweg verlief zunächst wieder den Riss abwärts, dann aber nach links auf einen kleinen Sattel zu. Auch hier geht man am Seil, denn insbesondere die letzten Höhenmeter vor dem Sattel sind noch mal recht ausgesetzt. Auf dem Sattel war der Schnee noch mannshoch, aber die vielen Wanderer hatten mit der Zeit eine Weg "hindurch gegraben" hatten. Dann steigen wir die steile Rinne wieder hinab, wobei wir uns, je nach Können, gelegentlich noch an Sicherungsseilen festhielten oder einbanden. Schließlich erreichten wir wieder die Stelle, an der wir zum Einstieg abgebogen waren und machten erst mal eine ausgiebige Pause.
Hier konnten wir noch einmal das gegenüberliegende eindrucksvolle Sellamassiv und die Tofanen im Osten bewundern.
Der anschließende Weg hinunter zum Pass durch die Almwiesen war dann nur noch eine Formsache. Auf der Rückfahrt durch Kastelruth leuchtete uns der Schlern antgegen und Abends hatten wir dann noch ein hervorragendes Essen in einem Gasthof am Völser Weiher.
Für den Tag hatten wir uns den Klettersteig "Sandro Pertini" ausgesucht. Dieser schöne Klettersteig liegt leicht erreichbar kurz hinter St. Christina am Anfang des Langtals. Vom Parkplatz "Sylvester" aus geht man über die große Wiese, folgt dann dem Weg etwas nach links bergauf durch den schönen Wald und erreicht bald schon den Einstieg.
Hier legten wir unsere Klettersteigsets an und stiegen ein. Der Steig begann mit einer ca. 10 Hm hohen seilfrei zu kletternden Stelle (I - II) und folgte sofort sehr exponiert dann einer Gratkante bis wir auf die "Mauer" trafen. Diese steilere Passage passierten wir und erreichten die erste Leiter, die einen kleinen Felsabbruch überwindet. Oberhalb ging es horizontal und wieder recht luftig nach links hinüber und dann eine Rampe aufwärts. Diese kletterten wir sehr ausgesetzt, aber mit guten Tritten aufwärts bis wir, etwa in der Mitte der Tour, ein abschüssiges, begrüntes Band erreichten. Hier machten wir eine kurze Pause.
Anschließend führte der Steig seilfrei nach rechts zu einem Blockgrat an dem die Seile wieder begannen. Diesen ging es etwas weniger exponiert immer weiter nach links hinauf und am Ende über den sehr exponierten "Pradai" Quergang auf einen Pfeiler. Vom Pfeiler aus erreicht man die nächste senkrechte Wand über eine horizontale Leiter, die eine tiefe Schlucht überbrückt. Die gegenüber liegende senkrechte, recht glatte Wand war mit ein, zwei Stahlstiften und Bügeln entschärft worden.
Der Steig wurde nun immer steiler und exponierter und verlief teils senkrecht ansteigend in einer Verschneidung. Am Ende der Verschneidung kletterten wir dann noch mal eine Leiter hinauf, bevor wir eine Nische erreichten in der sich eine Madonna und das Klettersteigbuch befand. Nach dem obligatorischen Eintrag waren es nur noch wenige leichte Höhenmeter bis wir das Hochplateau der Stevia erreichten.
Manche Führer beschreiben den Steig als schwieriger, als die Via Ferrata Tomaselli, ich persönlich finde, dass er etwa gleich schwierig ist. Er war zwar überwiegend sehr exponiert bzw. verlief an fast senkrechtem Fels, was eine gute Psyche erfordert, besaß jedoch ein hervorragend gepflegtes, neues Stahlseil und meist gute Tritte. Das eine oder andere Mal war zwar auch Reibungsklettern und Armkraft gefordert, er hatte daher überwiegend die Schwierigkeit KS3, an manchen Stellen allerdings auch KS4.
Auf der Hochfläche machten wir es uns erst einmal bequem und genossen die Frühlingssonne. Erst nach einer ausgiebigen Pause stiegen wir über die sanft ansteigenden Wiesen hinauf zur , die jedoch noch geschlossen hatte.
Wir hielten uns daher dort auch nicht lange auf, sondern planten, da der Tag noch jung war, zur Pizza Scharte aufzusteigen und dann durch das Tal westlich der Stevia zurück zum Parkplatz abzusteigen. Wir gingen daher nicht den direkten Weg, sondern die Stevia Hochfläche aufwärts an den westlichen Klippen entlang. Im oberen Teil verlief der Weg dabei in leichtem Auf und Ab hinüber zur Scharte.
Dort angekommen stellten wir fest, dass die Scharte westseitig noch völlig mit Altschnee gefüllt und daher leider nicht passierbar war. Nach einer Kurzen Pause gingen wir daher auf dem Normalweg zurück zur Stevia Hütte. Und folgten dann dem Weg in einem großen Bogen nach links hinüber zum Pass um ins Tal hinab zu steigen. Der Weg führte dann in vielen Kehren abwärts in den Wald und schließlich über einen gemächlich abfallenden Schotterweg hinab nach St. Christina.
In ca. 1.800 m Höhe zweigte der Weg ab und wir folgten diesem in leichten Auf und Ab wieder hinein ins Langtal, wo wir in der Jausensation "Sylvester" bei Getränken und Kuchen die Tour noch einmal Revue passieren ließen.
Für diesen Tag war der Masaré und Rotwand Klettersteig vorgesehen. Wir fuhren also durch Tiers zum Karer Pass. Leider sahen wir schon auf der Hinfahrt, etwa bei der Seilbahn zur Kölner Hütte, dass noch viel zu viel Schnee auf den Gipfeln und in den Scharten lag, als dass wir den Klettersteig hätten gefahrlos machen können.
Wir fuhren trotzdem weiter zum Pass und ließen und von dem Sessellift zur Paolina Hütte hochziehen. Nach einer kurzen Steigung hatten wir unsere Höhe erreicht und umrundeten den Rosengarten nun gegen den Uhrzeigersinn. Wir passierten das Christomanos Denkmal und die und gingen immer weiter in leichtem Auf und Ab über den Bergweg.
Unter den SO-Wänden der Zigolade pausierten wir und überlegten, was wir noch untenehmen konnten, kamen aber zu dem Schluss, dass das Wetter einerseits zu wechselhaft aussah und außerdem im Rosengarten für größere Unternehmungen noch zu viel Schnee lag. Wir machten also wieder kehrt und fuhren zurück nach Völs.
Während Guido und ich dort in Liegestühlen dösend die inzwischen scheinende Sonne genossen, war Anne zum Völser Weiher gegangen und hatte dort ein erfrischendes Bad genommen. Schließlich trafen wir uns im Eiskaffee in Völs wieder.
Da wir einige Zeit mit dem PKW zu fahren hatten, frühstückten wir schon früh und machten uns bald auf den Weg nach Avio. Von dort aus ging's steil in unzähligen Serpentinen hinauf ins Mt. Baldo Gebiet. Etwa auf der halben Strecke nach Madonna della Neve (1.050 m) konnten wir die Riesen Apsis in der der Klettersteig beginnt gegenüber am Berg bereits sehen. Das Wetter war optimal für diese Unternehmung, kaum eine Wolke war am Himmel zu sehen. Zunächst ging es den Weg {653} bergab auf alten Wirtschaftswegen, die teils richtig "gepflastert" waren. Nach ca. einer halben Stunde zweigte links ein schmaler Pfad {685} ab und brachte uns immer noch mitten durch den Wald führend leicht ansteigend zum Einstieg des Sentiento attrezzato Gerardo Sega (Nach Hüsler: "klassischer Klettersteig mittlerer Schwierigkeit'). "Ein Höllenschlund, von Titanenhand aus dem Berg geschlagen" schreibt er dazu und das stimmt. Dieser riesige Überhang mit seinen 200 m Breite und Höhe und einem 50 m überhängenden, wie die Apsis einer riesigen Kirche geformten Dach ist an Imposanz kaum noch zu überbieten.
Nach einer kurzen Pause und anlegen der Klettersteigsets ging's dann los. Zunächst eine kurze Leiter hinauf, dann über einige Felsen zu einem nach links verlaufenden Band. Im Sentiento attrezzato Gerardo SegaDies ist teilweise so schmal, daß nicht mal ein fußbreit Platz drauf ist. Unter den Füßen geht's allerdings einige hundert Meter senkrecht runter.
Nachdem das Band um den linken Felsgrat herum geführt hatte stiegen wir nahe einer Rinne über Felsen und Wald steil aufwärts und querten die riesige Apsis erneut, diesmal von links nach rechts. Zunächst noch auf einem sehr schmalen Band, das sich aber bald wesentlich verbreiterte, dafür aber keine Seile mehr aufwies. Anschließend ging's meist wieder an Seilen rechts um eine Felsnase herum und wieder steil durch Wald und über Felsen aufwärts.
Anfangs waren dort noch Seile, später, da weniger gefährlich, keine mehr. Von einem Busch bewachsenen Grat aus konnten wir noch einmal hinab zum Einstieg sehen. Weiter ging es durch mehr offenes Gelände, immer wieder durch Büsche und über Felsen, teils mit, teils ohne Seile empor. Nach einer letzten steilen felsigen Stelle standen wir unvermittelt auf dem Ausstieg nahe dem Corno Gallina.
Von dort aus gingen wir noch ca. eine halbe Stunde bergab durch die herrlichen Blumenwiesen, für die der Mt. Baldo berühmt ist, bis wir schließlich wieder in Madonna della Neve unseren Wagen erreicht hatten.
Dieser Tag sollte ein Bummeltag werden, daher hatten wir uns auch nur die kurze Via Ferrata Col Rodella vorgenommen, später wollten wir dann noch ins Messner Mountain Museum "Firmian".
Zunächst fuhren wir daher zum Sella Pass und parkten bei der Valentini Hütte. Der Aufstieg führte nun vom Parkplatz über einen breiten geschotterten Wirtschaftsweg aufsteigend nach SW und vorbei am und . Kurz nach dem Rif. Salei begann der Weg merklich zu steigen und erreichte den Sattel zwischen Col Rodella und Langkofel. Hier wandten wir uns nach links und stiegen weiter auf dem breiten Weg hinauf zur zum und der Seilbahnstation südlich unterhalb des Gipfels. Wir gingen zwischen der Hütte und der Seilbahnstation hindurch und folgten den Wegspuren um den Gipfel herum. Nach einiger Zeit entdeckten wir den Einstieg, den wir bald schon erreichten und nach dem Anlegen der Ausrüstung konnte es losgehen.
Die Ferrata stieg sofort steil, ausgesetzt und mit wenigen guten Tritten an. Anschließend folgt ein kurzer, etwas schwierigerer Kamin. Kurz darauf folgt eine kurzes Band und eine etwas psychologische Stelle, denn man muss einen Spreizschritt über einen tiefen Riss auf die erste von einigen in der gegenüber liegenden Wand Klammern tun. Am Ausstieg dieser Klammern folgte eine kurze, wenn auch für mich die schwierigste Stelle (KS3/4) des Klettersteiges, denn ich musste recht ausgesetzt auf einer schrägen Platte auf Reibung stehend die Karabiner umhängen.
Nun folgte eine deutlich leichtere Querung nach links und noch eine schräge Platte, die zwar länger, aber leichter als die erste war. Es folgte noch eine etwas luftige Linksquerung mit erneutem Reibungsklettern und schon bald darauf eine senkrechte Steilstufe mit wenigen kleinen Tritten. Die letzten Meter bis zum Gipfel sind dann wieder sehr einfach und man kommt unmittelbar an der hässlichen Gipfelbaracke, dem aus. Die nimmt nahezu den gesamten Gipfel ein, hatte zu dieser Zeit aber noch geschlossen.
Der Col Rodella ist einer der schönsten Aussichtspunkte auf das Fassatal und die wohl bekanntesten Dolomitengruppen. Man blickt gen Norden bis Osten auf den Langkofel, die Cirspitzen und den Sellastock. Von Südosten bis Südwesten sieht man die Marmolada, Costabella, das Latemar und den Rosengarten.
Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder an den Rückweg. Dieser führt nun auf die Seilbahnstation zu und dann über den Aufstiegsweg zurück zum Sella Pass.
Nach einer kurzweiligen Fahr mit hinab in das Fassa Tal und nach Bozen erreichten wir schließlich das Messner Mountain Museum "Firmian". Dies wurde im Schloss Sigmundskron bei Bozen realisiiert und "thematisiert die Auseinandersetzung Mensch-Berg". Die Häuser und Freiflächen des Museums sind dabei geschickt und eindrucksvoll eingerichtet bzw. angelegt.
Reinhold Messner zeigt alpine Exponate und solche aus dem Himalaya. Man kann dabei einem Weg durch das Museum folgen und trifft immer wieder auf spannendes und überraschendes, sowohl, was die Einrichtung, als auch die angelegten Wege betraf. Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert und man kann dort durchaus auch einen ganzen Tag zubringen.
Am folgenden Tag fuhren wir nach einer ausgiebigen Einkaufstour in Völs wieder gen Heimat, setzten Guido in Pforzheim ab und erreichten nach langer Fahrt am frühen Abend wieder Düsseldorf. Womit wieder ein schöne Tourenwoche leider schon wieder zu Ende gegangen war.
Mit Guido und Anne hatte ich zwei Mitstreiter gefunden, die auch gerne Klettersteige machen wollten. Anne und ich holten Guido in Pforzheim ab und erreichten nach langer Fahrt an späten Nachmittag das etwas außerhalb des Ortskerns wunderschön gelegene Hotel. Vom Hotel aus hatten wir wieder eine wunderbare Aussicht auf den Ort und den dahinter liegenden imposanten Schlern.
Als ersten Klettersteig des Tages hatten ich die Große Cirspitze vorgeschlagen. Wir fuhren also nach einem guten Frühstücksbuffet bei bestem Wetter über Seis, Kastelruth, den Panider Sattel und das Gröder Tal hinauf zum gleichnamigen Pass. Da es noch früh im Jahr war, waren glücklicherweise noch nicht so viele Fahrrad- oder Motorradfahrer auf den Passtrassen unterwegs.
Auf den Pass parkte ich den Wagen und wir machten uns an den Aufstieg. Der verlief unmittelbar vom Pass aus in mehreren Kehren zunächst über eine Asphaltstrasse und später über die Almwiesen hinauf. Zum Schluss ging's steil hinauf bis zum Einstieg (2.400 m) bei einem steilen Restschneefeld, das es zu queren galt und das deutlich größer als im vergangenen Jahr war. Auf dem unteren Teil des Schneefelds legten wir unser Klettersteigzeug inklusive Helm an.
Das Schneefeld war trotzdem schnell gequert und es ging an einigen Seilen unter einem Überhang entlang einer Rampe aufwärts. Nach einer Linkskurve hörten die Seile wieder auf und es folgte ein leichter, wenn auch teils etwas ausgesetzter Bergpfad. Der überwand immer wieder einige Schrofen und erreichte schließlich einen flachen, ca. 20 m langen Riss, der wiederum mit einem Seil gesichert war. Hier hängten wir uns erst gar nicht mehr ein, denn das Gelände war nicht sehr steil oder absturzgefährdet, so dass wir ohne Seilberührung und überwiegend uns an den Felsen festhalten zu müssen aufrecht gehen konnten. Es folgten noch ein paar Felsstufen und schließlich hatten wir den Gipfel (2.592 m) erreicht.
Die Aussicht hier oben war wunderbar. Gegenüber im Süden lag die Sella, im Westen das Grödner Tal und die anderen Cirspitzen, im Norden die eindrucksvolle Puez Hochfläche mit der Puez Spitze, dem Piz Duleda und der Col dla Pieres. Auf den letzteren beiden war ich vier Jahre zuvor schon einmal.
Nachdem wir uns satt gesehen und ich das übliche ein Panorama geschossen hatte, stiegen wir wieder hinab, wobei der Abstieg auf dem Aufstiegsweg verläuft. Diesmal hängten wir uns jedoch gar nicht mehr ins Seil ein, da der Weg wirklich leicht ist, etwa vergleichbar mit dem gesicherten Steig am Val Setus und leichter als der an der Nieves Scharte.
Unten angekommen ließen wir das Klettersteigzeug gleich an, denn wir wollten weiter auf die Cirspitze V. Wir wandten uns also am Ende der Scharte nach rechts (W) und ging unter den steilen Wänden der restlichen Cirspitzen hinüber zur Scharte die uns auf die Cirspitze V bringen sollte. Auch hier ging's wieder steil bis sehr steil die Geröllrinne hinauf. Etwa in der Mitte der Scharte hält man sich links und erreicht so den Einstieg.
Diesmal war eine Familie mit kleinen Kindern vor uns. Es war schon erstaunlich zu sehen, wie die Kurzen (fünf bis acht Jahre), zusätzlich gesichert von Papa und Opa diesen Steig sicher und behände hinauf kletterten.
Dieser Steig war schon etwas anderes als der gesicherte Steig auf die Große Cirspitze. Er war deutlich schwieriger und hatte ein recht neues, straff gespanntes Stahlseil. Los ging's mit einer ca. 2 Meter hohen Leiter. Der Steig überwand einen Riss (Spreizschritt) und verlief in anstrengender Kletterei über eine Felsnase aufwärts. Es folgten einige fast senkrechte Passagen mit viel Luft unter den Füßen, aber guten Tritten. Im oberen Teil wurde er, nachdem wir einen weiteren Spalt überwunden hatten, etwas flacher und erreichte eine flache, erdige Kanzel. Den eigentlichen kleinen Gipfel (2.520 m) selbst erreicht man etwas delikat nur durch einen ca. 5 m hohen, recht glatten, senkrechten Riss. Diese etwas überhängende Stelle wird durch einiger Stahlstifte etwas entschärft.
Schließlich hatten wir die 120 Hm Klettersteig geschafft und beglückwünschten uns gegenseitig. Von hier oben aus konnte man nun den größten Teil des Aufstiegs auf die Große Cirspitze sehen.
Der Rückweg verlief zunächst wieder den Riss abwärts, dann aber nach links auf einen kleinen Sattel zu. Auch hier geht man am Seil, denn insbesondere die letzten Höhenmeter vor dem Sattel sind noch mal recht ausgesetzt. Auf dem Sattel war der Schnee noch mannshoch, aber die vielen Wanderer hatten mit der Zeit eine Weg "hindurch gegraben" hatten. Dann steigen wir die steile Rinne wieder hinab, wobei wir uns, je nach Können, gelegentlich noch an Sicherungsseilen festhielten oder einbanden. Schließlich erreichten wir wieder die Stelle, an der wir zum Einstieg abgebogen waren und machten erst mal eine ausgiebige Pause.
Hier konnten wir noch einmal das gegenüberliegende eindrucksvolle Sellamassiv und die Tofanen im Osten bewundern.
Der anschließende Weg hinunter zum Pass durch die Almwiesen war dann nur noch eine Formsache. Auf der Rückfahrt durch Kastelruth leuchtete uns der Schlern antgegen und Abends hatten wir dann noch ein hervorragendes Essen in einem Gasthof am Völser Weiher.
Für den Tag hatten wir uns den Klettersteig "Sandro Pertini" ausgesucht. Dieser schöne Klettersteig liegt leicht erreichbar kurz hinter St. Christina am Anfang des Langtals. Vom Parkplatz "Sylvester" aus geht man über die große Wiese, folgt dann dem Weg etwas nach links bergauf durch den schönen Wald und erreicht bald schon den Einstieg.
Hier legten wir unsere Klettersteigsets an und stiegen ein. Der Steig begann mit einer ca. 10 Hm hohen seilfrei zu kletternden Stelle (I - II) und folgte sofort sehr exponiert dann einer Gratkante bis wir auf die "Mauer" trafen. Diese steilere Passage passierten wir und erreichten die erste Leiter, die einen kleinen Felsabbruch überwindet. Oberhalb ging es horizontal und wieder recht luftig nach links hinüber und dann eine Rampe aufwärts. Diese kletterten wir sehr ausgesetzt, aber mit guten Tritten aufwärts bis wir, etwa in der Mitte der Tour, ein abschüssiges, begrüntes Band erreichten. Hier machten wir eine kurze Pause.
Manche Führer beschreiben den Steig als schwieriger, als die Via Ferrata Tomaselli, ich persönlich finde, dass er etwa gleich schwierig ist. Er war zwar überwiegend sehr exponiert bzw. verlief an fast senkrechtem Fels, was eine gute Psyche erfordert, besaß jedoch ein hervorragend gepflegtes, neues Stahlseil und meist gute Tritte. Das eine oder andere Mal war zwar auch Reibungsklettern und Armkraft gefordert, er hatte daher überwiegend die Schwierigkeit KS3, an manchen Stellen allerdings auch KS4.
Auf der Hochfläche machten wir es uns erst einmal bequem und genossen die Frühlingssonne. Erst nach einer ausgiebigen Pause stiegen wir über die sanft ansteigenden Wiesen hinauf zur , die jedoch noch geschlossen hatte.
Wir hielten uns daher dort auch nicht lange auf, sondern planten, da der Tag noch jung war, zur Pizza Scharte aufzusteigen und dann durch das Tal westlich der Stevia zurück zum Parkplatz abzusteigen. Wir gingen daher nicht den direkten Weg, sondern die Stevia Hochfläche aufwärts an den westlichen Klippen entlang. Im oberen Teil verlief der Weg dabei in leichtem Auf und Ab hinüber zur Scharte.
Dort angekommen stellten wir fest, dass die Scharte westseitig noch völlig mit Altschnee gefüllt und daher leider nicht passierbar war. Nach einer Kurzen Pause gingen wir daher auf dem Normalweg zurück zur Stevia Hütte. Und folgten dann dem Weg in einem großen Bogen nach links hinüber zum Pass um ins Tal hinab zu steigen. Der Weg führte dann in vielen Kehren abwärts in den Wald und schließlich über einen gemächlich abfallenden Schotterweg hinab nach St. Christina.
In ca. 1.800 m Höhe zweigte der Weg ab und wir folgten diesem in leichten Auf und Ab wieder hinein ins Langtal, wo wir in der Jausensation "Sylvester" bei Getränken und Kuchen die Tour noch einmal Revue passieren ließen.
Für diesen Tag war der Masaré und Rotwand Klettersteig vorgesehen. Wir fuhren also durch Tiers zum Karer Pass. Leider sahen wir schon auf der Hinfahrt, etwa bei der Seilbahn zur Kölner Hütte, dass noch viel zu viel Schnee auf den Gipfeln und in den Scharten lag, als dass wir den Klettersteig hätten gefahrlos machen können.
Wir fuhren trotzdem weiter zum Pass und ließen und von dem Sessellift zur Paolina Hütte hochziehen. Nach einer kurzen Steigung hatten wir unsere Höhe erreicht und umrundeten den Rosengarten nun gegen den Uhrzeigersinn. Wir passierten das Christomanos Denkmal und die und gingen immer weiter in leichtem Auf und Ab über den Bergweg.
Unter den SO-Wänden der Zigolade pausierten wir und überlegten, was wir noch untenehmen konnten, kamen aber zu dem Schluss, dass das Wetter einerseits zu wechselhaft aussah und außerdem im Rosengarten für größere Unternehmungen noch zu viel Schnee lag. Wir machten also wieder kehrt und fuhren zurück nach Völs.
Während Guido und ich dort in Liegestühlen dösend die inzwischen scheinende Sonne genossen, war Anne zum Völser Weiher gegangen und hatte dort ein erfrischendes Bad genommen. Schließlich trafen wir uns im Eiskaffee in Völs wieder.
Da wir einige Zeit mit dem PKW zu fahren hatten, frühstückten wir schon früh und machten uns bald auf den Weg nach Avio. Von dort aus ging's steil in unzähligen Serpentinen hinauf ins Mt. Baldo Gebiet. Etwa auf der halben Strecke nach Madonna della Neve (1.050 m) konnten wir die Riesen Apsis in der der Klettersteig beginnt gegenüber am Berg bereits sehen. Das Wetter war optimal für diese Unternehmung, kaum eine Wolke war am Himmel zu sehen. Zunächst ging es den Weg {653} bergab auf alten Wirtschaftswegen, die teils richtig "gepflastert" waren. Nach ca. einer halben Stunde zweigte links ein schmaler Pfad {685} ab und brachte uns immer noch mitten durch den Wald führend leicht ansteigend zum Einstieg des Sentiento attrezzato Gerardo Sega (Nach Hüsler: "klassischer Klettersteig mittlerer Schwierigkeit'). "Ein Höllenschlund, von Titanenhand aus dem Berg geschlagen" schreibt er dazu und das stimmt. Dieser riesige Überhang mit seinen 200 m Breite und Höhe und einem 50 m überhängenden, wie die Apsis einer riesigen Kirche geformten Dach ist an Imposanz kaum noch zu überbieten.
Nachdem das Band um den linken Felsgrat herum geführt hatte stiegen wir nahe einer Rinne über Felsen und Wald steil aufwärts und querten die riesige Apsis erneut, diesmal von links nach rechts. Zunächst noch auf einem sehr schmalen Band, das sich aber bald wesentlich verbreiterte, dafür aber keine Seile mehr aufwies. Anschließend ging's meist wieder an Seilen rechts um eine Felsnase herum und wieder steil durch Wald und über Felsen aufwärts.
Anfangs waren dort noch Seile, später, da weniger gefährlich, keine mehr. Von einem Busch bewachsenen Grat aus konnten wir noch einmal hinab zum Einstieg sehen. Weiter ging es durch mehr offenes Gelände, immer wieder durch Büsche und über Felsen, teils mit, teils ohne Seile empor. Nach einer letzten steilen felsigen Stelle standen wir unvermittelt auf dem Ausstieg nahe dem Corno Gallina.
Von dort aus gingen wir noch ca. eine halbe Stunde bergab durch die herrlichen Blumenwiesen, für die der Mt. Baldo berühmt ist, bis wir schließlich wieder in Madonna della Neve unseren Wagen erreicht hatten.
Zunächst fuhren wir daher zum Sella Pass und parkten bei der Valentini Hütte. Der Aufstieg führte nun vom Parkplatz über einen breiten geschotterten Wirtschaftsweg aufsteigend nach SW und vorbei am und . Kurz nach dem Rif. Salei begann der Weg merklich zu steigen und erreichte den Sattel zwischen Col Rodella und Langkofel. Hier wandten wir uns nach links und stiegen weiter auf dem breiten Weg hinauf zur zum und der Seilbahnstation südlich unterhalb des Gipfels. Wir gingen zwischen der Hütte und der Seilbahnstation hindurch und folgten den Wegspuren um den Gipfel herum. Nach einiger Zeit entdeckten wir den Einstieg, den wir bald schon erreichten und nach dem Anlegen der Ausrüstung konnte es losgehen.
Die Ferrata stieg sofort steil, ausgesetzt und mit wenigen guten Tritten an. Anschließend folgt ein kurzer, etwas schwierigerer Kamin. Kurz darauf folgt eine kurzes Band und eine etwas psychologische Stelle, denn man muss einen Spreizschritt über einen tiefen Riss auf die erste von einigen in der gegenüber liegenden Wand Klammern tun. Am Ausstieg dieser Klammern folgte eine kurze, wenn auch für mich die schwierigste Stelle (KS3/4) des Klettersteiges, denn ich musste recht ausgesetzt auf einer schrägen Platte auf Reibung stehend die Karabiner umhängen.
Nun folgte eine deutlich leichtere Querung nach links und noch eine schräge Platte, die zwar länger, aber leichter als die erste war. Es folgte noch eine etwas luftige Linksquerung mit erneutem Reibungsklettern und schon bald darauf eine senkrechte Steilstufe mit wenigen kleinen Tritten. Die letzten Meter bis zum Gipfel sind dann wieder sehr einfach und man kommt unmittelbar an der hässlichen Gipfelbaracke, dem aus. Die nimmt nahezu den gesamten Gipfel ein, hatte zu dieser Zeit aber noch geschlossen.
Der Col Rodella ist einer der schönsten Aussichtspunkte auf das Fassatal und die wohl bekanntesten Dolomitengruppen. Man blickt gen Norden bis Osten auf den Langkofel, die Cirspitzen und den Sellastock. Von Südosten bis Südwesten sieht man die Marmolada, Costabella, das Latemar und den Rosengarten.
Nach einer kurzen Pause machten wir uns wieder an den Rückweg. Dieser führt nun auf die Seilbahnstation zu und dann über den Aufstiegsweg zurück zum Sella Pass.
Nach einer kurzweiligen Fahr mit hinab in das Fassa Tal und nach Bozen erreichten wir schließlich das Messner Mountain Museum "Firmian". Dies wurde im Schloss Sigmundskron bei Bozen realisiiert und "thematisiert die Auseinandersetzung Mensch-Berg". Die Häuser und Freiflächen des Museums sind dabei geschickt und eindrucksvoll eingerichtet bzw. angelegt.
Reinhold Messner zeigt alpine Exponate und solche aus dem Himalaya. Man kann dabei einem Weg durch das Museum folgen und trifft immer wieder auf spannendes und überraschendes, sowohl, was die Einrichtung, als auch die angelegten Wege betraf. Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert und man kann dort durchaus auch einen ganzen Tag zubringen.
Am folgenden Tag fuhren wir nach einer ausgiebigen Einkaufstour in Völs wieder gen Heimat, setzten Guido in Pforzheim ab und erreichten nach langer Fahrt am frühen Abend wieder Düsseldorf. Womit wieder ein schöne Tourenwoche leider schon wieder zu Ende gegangen war.